Albtraum Albsteig
Albsteig
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Nein, der Albsteig ist nicht grundsätzlich ein Albtraum, nur für uns ist die Wanderung leider nicht ganz so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn nach einem wunderschönen ersten Tag mussten wir leider am Nachmittag des zweiten Tages unseren Trip abbrechen, weil sich Good Grip an der Hüfte verletzt hatte.

Wir starteten in Tuttlingen an einem super heißen Sommertag und mussten natürlich erstmal auf die Alb rauf, sodass uns bald das Wasser ausging. Wir hatten gehofft, dass wir in Rußberg unsere Flaschen auffüllen können, und wir wurden nicht enttäuscht. Zuerst sah es zwar aus, als wenn das Gasthaus geschlossen wäre und auch sonst war kein Mensch zu sehen, aber dann zeigte sich, dass wir Glück hatten, denn gerade wollten die Betreiber des Gasthauses wegfahren, jedoch waren sie sofort bereit, uns Wasser zu geben. Danke!

So schafften wir es weiter nach Risiberg, wo wir einkehrten und erstmal etwas essen mussten, schließlich darf man solche Gelegenheiten nicht ungenutzt verstreichen lassen auf einer Wanderung. Das Wetter sollte auch noch weiter halten, und wir beschlossen, heute noch bis zum Flughafen Klippeneck zu gehen, um dort nach einer Unterkunft zu suchen. Vorbei am häßlichen Steinbruch, über riesige Wiesen, die voller Mäuselöcher waren, und immer wieder mit tollen Fernblicken erreichten wir schließlich nach über 20 Kilometern das Klippeneck. Dort kann man im Fliegerheim tatsächlich auch günstig übernachten, wenn nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet.

Abends gab es eines unserer Tütengerichte, denn die hatten wir ja schließlich mitgeschleppt, und eigentlich hatten wir ja auch geplant, im Zelt zu übernachten. Aber es stellte sich heraus, dass die über 20 Kilometer für unsere untrainierten und etwas betagten Knochen und Gelenke zu viel waren. Wir waren einfach zu euphorisch an die ganze Sache herangegangen, denn Good Grip hatte Schmerzen in der Hüfte, die auch über Nacht nicht weg gingen und im Laufe des zweiten Tages immer schlimmer wurden. So konnten wir die schöne Landschaft gar nicht mehr so genießen und nachdem für Good Grip jeder Schritt zur Qual wurde, ließen wir uns nach kurzer Überlegung von Ratshausen aus per Taxi zum Krankenhaus nach Balingen kutschieren.

Die bittere Erkenntnis: Die Belastung war einfach zu hoch gewesen für den Anfang, und die schmerzhafte Reizung an der Hüfte würde nur durch viel Ruhe wieder besser werden. Damit war unsere Wanderung auf dem Albsteig leider zu Ende, und wir zogen als Lehre, dass wir in Zukunft alles etwas langsamer angehen lassen müssen, und uns dann erst nach und nach in der Belastung steigern können, wenn wir nach langer Pause wieder längere Wanderungen machen wollen. Ab Mitte vierzig gehts leider bergab...

Wir boten wohl ein seltsames Bild, als wir vom Krankenhaus zur Bushaltestelle gingen: 2Tall mit zwei Rucksäcken (einer vorne, einer hinten), und Good Grip mit Krücken humpelnd, aber irgendwie fanden wir es doch gemein, dass ein vorbeifahrender Radler lauthals über uns lachte. Vielleicht ein besoffener "Musikfan" vom zeitgleich in Balingen stattfindenden "Bang your head" Festival?

Per Bus, Bahn und Taxi zurück zum Auto in Tuttlingen und mit dem Auto bis spät nachts zurück nach Hause - das wars dann mit dem Albsteig für uns. Eine böse Enttäuschung, an der wir noch ein paar Tage zu knabbern hatten. Als Alternative machten wir dann nach ein paar Tagen Erholung und ein paar Arztbesuchen eine weitere Radwanderung, aber davon mehr im nächsten Blogpost.

(2Tall, 1.5.2017)

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